Pressemitteilung Nr. 06/2009

Bei dem ehemaligen Lokschuppen im Martinerfeld, der in den Jahren 1866 bis 1871 von der damaligen Rheinischen Eisenbahngesellschaft errichtet worden ist, handelt es sich um ein Kulturdenkmal i.S.d. § 3 des Denkmalschutz- und pflegegesetzes. Dies hat die 5. Kammer des Verwaltungsgerichts Trier mit Urteil vom 11. Februar 2009 entschieden und hat damit die Klage des Grundstückseigentümers gegen einen Unterschutzstellungsbescheid der Stadt Trier abgewiesen.

Zur Begründung führten die Richter aus, dass die Kulturdenkmaleigenschaft durch das im gerichtlichen Verfahren eingeholte Sachverständigengutachten belegt sei. Bei dem Lokschuppen handele es sich um den einzig noch erhaltenen Hochbau aus der Entstehungszeit der Bahnhofsanlage auf dem linken Moselufer, dem Ausgangs- und Zielort der 1871 fertig gestellten Eisenbahnverbindung Trier-Köln. Durch seinen Standort, seine architektonische Gestaltung und seine Funktion stelle der Lokschuppen ein einzigartiges Baudokument von überregionaler Bedeutung als Bestandteil einer untergegangenen Bahnhofsanlage auf dem linken Moselufer der Stadt Trier dar. An seiner Erhaltung und Pflege bestehe aus wirtschaftsgeschichtlichen und architekturgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse. Die wirtschaftsgeschichtlichen Gründe seien in der Errichtung einer durchgehenden Eisenbahnlinie von Köln nach Trier begründet, durch die die wirtschaftliche Nutzung der Eifelregion und des Trierer Wirtschaftsraums mit Hilfe einer zeitgemäßen verkehrstechnischen Erschließung ermöglicht worden sei. Die wirtschaftliche Bedeutung der „Eifelbahn" manifestiere sich in der repräsentativen äußeren Gestaltung des Lokschuppens. Die außergewöhnlich aufwendige Gestaltung der beiden Kopffassaden, die einer häufig verwendeten Entwurfskonzeption für Empfangsgebäude der europäischen Eisenbahngesellschaften folge, in der der mittelalterliche Stadttorgedanke erkennbar sei, belege zugleich die architekturgeschichtliche Bedeutung des Lokschuppens.

 

Gegen die Entscheidung können die Beteiligten innerhalb eines Monats die Zulassung der Berufung durch das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz beantragen.

 

VG Trier, Urteil vom 11. Februar 2009 – 5 K 398/08.TR –

Die Entscheidung kann unter der E-Mail-Adresse angefordert werden:

poststelle(at)vgtr.mjv.rlp.de. Wegen einer etwaigen Kostenpflicht wird auf die Homepage (siehe dort „Entscheidungsversand") des Verwaltungsgerichts Trier hingewiesen.